23.01.2010 - Ich denke, dass der Verbraucher weniger Fleisch essen sollte und dass es ihm mehr wert sein sollte.
Simone, geb. in Berlin, 1984, Agrarwissenschaflterin, derzeit Betreuerin der Hallenführung für die Halle des BMELV-Sonderschau
„Ich habe den Bachelor in Agrarwissenschaften und dann den Master in Prozess- und Qualitätsmanagement, Profilrichtung: Nutztierwissenschaften. Ich komme aus Berlin, bin ein Stadtkind. Auf mein Studium hat mich die Arbeitskollegin meiner Mutter drauf gebracht, ich hatte Biologie aus Leistungskurs und hatte zwischen BWL und Biologie geschwankt und das Agrarwissenschaftsstudium verbindet das ganz gut miteinander. Weil das ein Drittel Betriebswissenschaft dabei hat. Es ist in unserem Studium sehr individuell, wie ich meine Schwerpunkte setze. Bei den Nutztierwissenschaften hat mich besonders die Tierernährung interessiert. Ich finde es interessant, wie man mit ausgewählten Stoffen einen ganzen Mechanismus beeinflussen kann. Ich möchte gern in die Wissenschaft im Bereich Tierernährung gehen. Eine artgerechte Ration den Tieren zuführt. Z. B. der Wiederkäuer braucht einen gewissen Anteil an Rohmaterial braucht. Wenn ich dem viel Getreide füttern würde, würde der vielleicht schneller zunehmen, aber er würde an Stoffwechselproblemen leiden und ich würde das ganze Vormagensystem aus dem Tritt bringen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich der Verbraucher gar keine bis kaum Gedanken über die Nutztierhaltung machen und dass sie darüber auch nichts wissen wollen. Ich kann das auch von meinen Freunden sagen, sie sitzen mit mir ja an der Quelle, aber sie blocken das Thema komplett ab, weil sie ihr tägliches Schnitzel, das sie billig im Supermarkt kaufen, mit gutem Gewissen essen möchten. An den Supermarktangeboten verdient der Landwirt nichts mehr. Wenn ich z. B. Schweinfilet für 6 EUR 99 das Kilo anbiete, was soll da noch für eine Verdienstmöglichkeiten für die Landwirte drin sein? Das Filet ist ja schon das Teuerste vom Schwein. Ich denke, dass der Verbraucher weniger Fleisch essen sollte und dass es ihm mehr wert sein sollte. Wenn die Bauern mehr verdienen´, können sie auch wieder mehr auf Qualität achten. Eigentlich könnte sich Deutschland vom Fleischkonsum selber ernähren."


