24.01.2010 - Die Honigbienen, die es heute noch gibt, gibt es schon seit 30 Millionen Jahren, dank Propolis.
Ulrich, geb. 1937 geb. in Halberstadt im Harz, Mitglied des Imkervereins Berlin Zehlendorf, auch staatlich geprüfter Landwirt, seit 1960 in Berlin Diplomingenieur Maschinenbau „Bienen konnten so lange überleben, weil sie die einzigen Tiere sind, die ihre Arzneimittel selber erzeugen."
„Propolis sammeln die Bienen z. B. aus Kastanien, das sind Pflanzensäfte, das nennt sich auch Kittharz, damit wird eine Art Seuchenmatte am Eingang des Bienenstocks angelegt. Das macht man ja bei Maul- und Klauenseuche auch so, da wird vor den Stall so eine Matte hingelegt und da müssen alle zum Desinfizieren drüber laufen. Desinfiziert wird auch in den Waben selber, wenn die Jungbienen geschlüpft sind, wird die Wabe mit Propolis von den Bienen ausgestrichen. Propolis wird jetzt auch bei menschlichen Krankheiten eingesetzt, darf aber nicht als Medizin bezeichnet werden. Für Arzneimittel ist die Zusammensetzung genau vorgeschrieben und darf auch nicht variieren. Die Zusammensetzung von Propolis ändert sich je nachdem, was die Bienen eintragen. Darum fällt es unter den Begriff „Naturmedizin". Propolis wird mit hochwertigem Alkohol angesetzt und dann ein halbes Jahr stehen gelassen, es löst sich dann auf. Danach verdünnt man es mit chemisch reinem Wasser und kann es dann Tröpfchenweise gegen verschieden Krankheiten einsetzen, z.B. gegen Hautkrankheiten, Herpes, Fußpilz, aber auch bei inneren Krankheiten wie Magenbeschwerden oder Nervosität. Es wirkt cholesterinsenkend. Da gibt es dicke Bücher drüber. Apitherapeuten (Bienenärzte) befassen sich auch damit, mit Bienengift rheumatische Erkrankungen oder Gelenkbeschwerden zu behandeln. Bienen haben mich schon als Kind fasziniert. Ich habe früher meinem Patenonkel zugeguckt, wie der wie ein Astronaut verkleidet sich den Bienen näherte. Ich habe von ganz weit weg zugeguckt, damit sie mich nicht stechen. Mein Patenonkel erschien mir immer als Held, dass er sich an diese „gefährlichen Biesten" herantraut. Gerade die ängstlichen werden von den Bienen gestochen. Wenn man rumzappelt, das macht die nervös. Man darf keinen Alkohol trinken, oder wenigstens keine große Fahne haben die Frauen dürfen kein Parfüm haben, das mögen sie auch nicht oder was Blinkendes sollte man auch nicht tragen. Man sollte auch keinen Ring tragen, wenn man zu den Bienen geht, denn wenn sie einen stechen, kann der Finger anschwellen und dann kann es einen Blutstau geben. Bienen mögen keine fremden Gerüche. und dann sind sie unruhig und können aggressiv werden. Als ich jetzt in Rente ging, habe ich mich der alten Faszination erinnert. Wir haben in unserem Verein erfahrenen Imker und die bieten Schnupperkurse in Bienenzucht an. Es gibt für Eintretende diese Probezeit, in der können sie prüfen, ob das Imkern für sie geeignet ist. Die müssen 90 EUR zahlen, kriegen dafür ein Volk, komplett mit allem Drum und Dran und werden dafür ein Jahr lang von einem Imkerpaten betreut. Da hören ganz selten welche auf."


