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Unsere Themenfelder

24.04.2011 - Pflanztag auf den Terra Preta Hügeln

Ein Meter pro Teilnehmer des Gemüselernfeldes in Wurmsdorf wird abgesteckt und mit jeweiligem Namensschild versehen. Ansonsten wird das Lernfeld in Gemeinschaft bestellt. Hier auf dem Feld hat sich herausgestellt, dass es entspannter und arbeitseffizienter ohne das Abstecken der eigenen Strecken läuft. Es ist trotzdem für alle genug da!

Ausnahme eben ist unser Terra Preta Experimentierfeld. Die Einteilung erfolgt, weil bislang für jeden Teilnehmer begrenzt ein Meter zur Verfügung steht. Die kostbar angesetzte Humuserde zu produzieren braucht Zeit, Aufwand und Geduld. Es lohnt sich aber, wie wir hier vermuten. Konkrete neue Erfahrungen werden wir am Ende dieses Pflanzjahres gemacht haben. Die lange Hügelreihe verläuft in Ost-Westrichtung, ist ca. 80 cm hoch und etwa 1,20 Meter breit mit bequemem Zugang von beiden Seiten. Wir pflanzen heute auf der Nordseite. Ganz oben auf dem Kamm stecken wir alle zwanzig Zentimeter eine Kartoffel in die Erde. Auf halber Höhe darunter setzen wir eine Reihe mit den Lauchpflanzchen tief in die Erde, gießen sie als einziges leicht an. Darunter werden alle 20 cm Kürbiskerne in die Erde gesteckt, leicht mit Erde überdeckt - Fertig.

Letzte Woche haben wir die identischen Pflanzen im „normalen" Acker gepflanzt, haben dann also den unmittelbaren Vergleich.

Über Terra Preta habe ich zum ersten Mal etwas vor zwei Jahren gehört. Ich war in der Vorbereitung unserer Verbraucherausstellung „freiland-Speisekammer" mit Hubert Jaksch auf einem Symposium über neue Landwirtschaft und habe meinen ersten Vortrag über Terra Preta von Dr. Pieplow vom Umweltministerium gehört. Im Anschluss bin ich dann auf den Umweltcampus Birkenfeld gefahren und habe ein mehrtägiges Symposium über Kreislaufwirtschaft mitgemacht und auch dort etliche Terra Preta Experimentierfreudige getroffen.

Ich bin seit Kindesbeinen überzeugt davon, dass der Mensch auf der Erde ganz leicht wirtschaften kann, wenn er versteht, wie es geht. Deshalb fasziniert mich Terra Preta so, weil sie belegt, dass dieses Wissen in den einstigen Großstädten am Amazonas präsent war. (Im High-Noon-Tipp am Ende des Textes finden Interessierte Hinweise zum weiterlesen.)

Auf dem Gemeinschaftsfeld pflanzen wir Rucula-Pflänzchen, überdecken sie mit Kulturschutzgewebe, wie den Kohlrabi, da Rucula auch leicht den Schädlingen angeflogen wird. Deswegen kriegt man im normalen Handel fast ausschließlich Rucula aus dem Treibhaus zu kaufen. Wir versuchen es hier aber mit Freiland- Rucula, weil der sehr viel kräftiger und aromatischer schmeckt.

Wir sähen neben den Salatreihen Dillsamen ein und auf der anderen Seite des Weges eine alte, seltene Sorte Karotten, die uns ein alter Gärtner, der in Rente geht, geschenkt hat. Er wünscht sich von uns, dass wir davon neues Saatgut produzieren. Das ist im zweiten Pflanzjahr nach dem Einsähen theoretisch möglich, denn Karotten sind „zweijährig". Das heißt, sie produzieren alle zwei Jahre Samen. Wir wollen die Karotten dieses Jahr ernten, einige besonders kräftige Exemplare lassen wir dann überwintern und stecken sie dann d nächstes Frühjahr in die Erde und bekommen so das Saatgut. Diese Karottensorte bildet eine sehr schöne starke Pfahlwurzel. Das ist eine gute Voraussetzung, um mit etwaiger Trockenheit zu Recht zu kommen.

Im Moment wird im Radio und Fernsehen schon über einen sehr trockenen und heißen Sommer spekuliert. In den Wäldern herrscht bereits Waldbrandgefahr. Wir hoffen nun auf Wärmegewitter, die für unsere Region in den kommenden Tagen angesagt sind.

Im nahe gelegenen Simsee kann man bereits baden. Die Einheimischen erzählen, sie hätten schon lange nicht so früh schwimmen gehen können. Nach der Feldarbeit liege ich sommerlich im Strandbad, herrlich abgekühlt durch den Sprung in den Simssee mit seinen 18 Grad. Ich bin nicht ganz so erledigt wie letzte Woche nach drei Stunden Feldarbeit. Ich habe von meiner Mutter eine Hacke mit langem Stil gekriegt und sie auch fleißig eingesetzt, das schont den Rücken.

Letzte Woche hat mich ein Holzkohlehersteller aus Rumänien kontaktiert, er bietet uns fein gemahlenen Kohlenstaub aus Nadelwäldern für unser Terra Preta Projekt an. (1 Tonne kostet 700 EUR.) Ab Juni gehen wir das in Wurmsdorf im größeren Stil an. Bis dahin ist Baustelle auf dem Hof. Der Bioladen wird umgebaut und es kommt ein Cafe dazu.

Wir bleiben jedenfalls dran und berichten weiterhin von unseren Erfahrungen mit fermentierter Humuserde. Wer für sich privat mit der Produktion beginnen will, findet im Anschluss einen Hinweis auf ein Terra Preta Rezept. Wir wünschen viel Erfolg und freuen uns über Rückmeldungen, wie es läuft und gedeiht.

Damit frohe Ostern und Mahlzeit!

VORANKÜNDIGUNG: ab 1. Mai gibt es bei uns die FREILAND-MAIANDACHT auf Kolumne Mahlzeit, ganz ohne religiösen Hintergrund, dafür mit praktischem Bezug zu unser alles täglich LEBENsMITTEL.

Infos zum Lernfeld und zu Terra Preta Kursen findet ihr unter

http://www.hubertjaksch.de.

Ein Terra Preta Rezept von Hubert Jaksch findet Ihr hier auf unserer Kolumne mit Datum vom 31.10.2010.

HIGH-NOON-TIPPS: Wir fügen zur weiteren Recherche einige Internet-Adressen bei und den Tipp vom Deutschen Landschaftspflegeverband:

Biochar International (IBI) http://www.biochar-international.org/ ist die einzige Organisation, die unseres Wissens nach weltweit Forscher zum Thema Biochar als Hilfsstoff zur Bodenverbesserung zusammen bringt. Auf deren Webseite werden z.B. hilfreiche Tipps zur Anlage eines Feldversuchs gegeben.

Weitere nützliche Links zum Thema unter:

http://www.mythopia.ch/climate/klimafarming.php

http://www.juwi.de/bio/angebote/terra-preta.html

http://www.ithaka-journal.net/schlagwort/terra-preta

http://www.dpi.nsw.gov.au/research/topics/biochar

http://www.bio-gaertner.de/Articles/II.Pflanzen-allgemeineHinweise/Handelsprodukte/Steinmehle.html

Unter http://www.finanzcrash.com findet man den aufschlussreichen Artikel mit Bildern – „Terra preta gegen Monsantos Genmüll – die Lösung des Düngerproblems in der Landwirtschaft" Geschrieben von Grek 1 am 30.03.2010

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